Exkurs: Frühe Ukulele‑Methoden 1906–1919 – Vergleichsrahmen und Baileys Alleinstellungsprofil
1. Warum ein Vergleich nötig ist
Die historische Bewertung der „Bailey‑Methode“ hängt nicht nur daran, ob Bailey früher als andere publizierte, sondern daran, welche Funktion sein Lehrheft im entstehenden Massenmarkt erfüllte: Wer sollte damit lernen (Laien, Kinder, Selbstlerner), wie wurde Lernen strukturiert (Progression, Notationsform, Übungslogik) und über welche Kanäle gelangte die Methode in die Breite (Verlag, Distribution, Kopplung an populäre Repertoires). In genau diesem Dreieck aus Didaktik – Medienform – Markt/Distribution ist Bailey historisch interessant. Denn „Vorreiter“ meint hier weniger „der Erste überhaupt“, sondern: Wer hat das Ukulele‑Selbstlernen als skalierbares, robustes Lehrsystem auf dem US‑Mainland etabliert?
Um diese Frage belastbar zu beantworten, ist ein Vergleich mit anderen frühen Ukulele‑Lehrwerken der Jahre 1906–1919 notwendig – also mit den Texten, die vor oder parallel zu Bailey im Umlauf waren und denselben Anspruch verfolgten: Lernen ohne Lehrperson, vermittelt durch ein Heft als „Interface“.
2. Frühe Autoritäten: Ernest Kaʻai und die hawaiische Print‑Tradition
In der historiografischen Literatur gilt Ernest Kaʻai als eine zentrale Figur der frühen Ukulele‑Didaktik. Die Library of Congress verweist darauf, dass ihre Sammlung eine Ausgabe von 1910 von Kaʻai enthält und diese als „first known ukulele method book“ (erste bekannte Ukulele‑Schule) geführt wird.[1] Bereits diese Formulierung ist wichtig: Sie setzt Bailey in eine zweite Phase. Bailey ist damit nicht der Ursprung der Ukulele‑Methodik, sondern Teil einer nachfolgenden Transfer‑ und Skalierungsbewegung auf dem Mainland.
Die Forschungslage deutet zugleich darauf hin, dass eine frühe Kaʻai‑Erstfassung (häufig mit 1906 datiert) zwar tradiert wird, aber in der älteren Fachliteratur als extrem schwer nachweisbar gilt. King/Tranquada vermerken in ihrem historischen Überblick ausdrücklich, dass eine 1906er Ausgabe „ursprünglich“ publiziert und später revidiert worden sei, und notieren zugleich (für den damaligen Kenntnisstand) die Unsicherheit der Überlieferung.[2] Für die vorliegende Analyse ist der entscheidende Punkt jedoch weniger bibliografisch als didaktisch: Kaʻai steht für eine frühe Autoritäts‑ und Praxislinie, in der Ukulele‑Wissen in Druckform fixiert wird – zunächst im hawaiischen Kontext, später zunehmend in transregionalen Zirkulationen.
Damit entsteht ein erster Referenzrahmen: Bailey ist nicht „der Erfinder“ des Ukulele‑Selbstlernheftes, sondern agiert in einem bereits vorhandenen Format, das in Hawaii vorbereitet wurde und dann – mit dem Popularitätsschub der 1910er Jahre – auf dem Mainland eine neue Marktdynamik erhält.
3. 1914 als Schlüsseljahr: Drei Mainland‑„Self‑Instructor“ parallel
Für die Frage nach Baileys Vorreiterrolle ist das Jahr 1914 ein Drehpunkt. King/Tranquada halten fest, dass im selben Jahr drei Ukulele‑Methoden „auf dem Mainland“ erscheinen:
(1) Major (Mekia) Kealakai, Self Instructor for the Ukulele and Taro‑Patch Fiddle (Los Angeles),
(2) George Kia, Self Instructor for the Ukulele and Taro‑Patch Fiddle (Los Angeles),
(3) N. B. Bailey, A Practical Method for Self Instruction on the Ukulele (San Francisco).[3]
Diese Parallelität ist methodisch entscheidend: Sie zeigt, dass Bailey nicht als Einzelphänomen auftritt, sondern als Teil einer zeitgleichen Formatbildung. Gleichzeitig erlaubt sie, Baileys Spezifik zu schärfen:
Kealakai und Kia sind in Los Angeles verortet – also in einem Raum, in dem hawaiische Ensembles, Vaudeville‑Zirkulationen und Westküsten‑Unterhaltung früh ineinander greifen.
Bailey erscheint in San Francisco bei Sherman, Clay & Co., einem Unternehmen mit ausgeprägter Markt‑ und Druckkapazität (Sheet‑Music‑Ökonomie, Katalogsysteme, überregionale Ausspielung). Genau hier beginnt Baileys struktureller Vorteil: didaktische Form plus industrielle Distribution.
In diesem Zusammenhang ist auch Baileys eigene zeitgenössische Beobachtung aufschlussreich. King/Tranquada zitieren aus Baileys Einleitung sinngemäß, die Ukulele habe die Pazifikstaaten so stark „invadiert“, dass man sie überall höre, wo junge Leute zusammenkommen; in einer Universität gebe es über tausend dieser Instrumente.[3] Unabhängig von der rhetorischen Zuspitzung markiert dieser Satz eine didaktische Ausgangslage: hohe Nachfrage, heterogene Lernende, begrenzte Lehrkapazitäten – ein klassisches Umfeld, in dem Selbstinstruktion als Produktlogik plausibel wird.
4. Marktlogik und Selbstlernen als Produkt: Sears (1914) und das Versprechen „ohne Lehrer“
Dass Selbstlernen nicht nur pädagogisch, sondern ökonomisch relevant wurde, zeigt die zeitgenössische Waren‑ und Katalogsprache. King/Tranquada verweisen darauf, dass Sears, Roebuck & Co. 1914 Ukulelen im Katalog anbietet und die Ukulele als Instrument beschreibt, das „anyone can learn to play without the aid of a teacher“ – also: ohne Lehrer erlernbar, besonders geeignet für Gesangsbegleitung.[4] Das ist mehr als Werbung: Es ist eine marktgetriebene Didaktikbehauptung, die das spätere Lehrheft‑Design unmittelbar beeinflusst. Denn wenn ein Instrument als „teacherless“ verkäuflich ist, muss das Lernmaterial diese Behauptung einlösen: durch Reduktion, klare Progression, schnelle Erfolgserlebnisse und minimale Einstiegshürden.
Vor diesem Hintergrund gewinnt Baileys Position Kontur: Er liefert nicht nur „eine Methode“, sondern ein Produkt, das die Kataloglogik stützt – ein Heft, das das Versprechen „du brauchst keinen Lehrer“ in eine Schritt‑für‑Schritt‑Anordnung übersetzt.
5. 1915–1919: Exposition, Popularisierung, Standardisierung – und Konkurrenz
Der Popularitätsschub wird in der Forschung häufig mit der Panama‑Pacific International Exposition (San Francisco, 1915) verbunden. King/Tranquada beschreiben die hawaiische Präsenz dort als publikumsstark und verweisen auf die enorme Besucherzahl der Ausstellung.[5] Für Baileys Umfeld bedeutet das zweierlei:
San Francisco wird zu einem zentralen Umschlagplatz hawaiischer Klangmode (Ensembles, Hula‑Shows, „Hawaiian Building“).
Ein großer Verlag vor Ort kann die Nachfrage sofort in Notendruck, Songs und Methodenhefte überführen.
Parallel dazu differenziert sich der Markt der Lehrmaterialien. In Hawaii selbst erscheint 1915 etwa die Original Method and Self‑Instructor on the Ukulele von A. A. Santos und Angeline Nunes, die sich ausdrücklich auf Fragen der „originalen“ Stimmung und auf Abgrenzungen gegenüber anderen, als „taro patch“ missverstandenen Methoden bezieht.[6] Diese Quelle ist wichtig, weil sie zeigt: Die frühe Ukulele‑Didaktik ist nicht monolithisch; sie ist von Stimmungs‑ und Standardisierungsdebatten geprägt. Damit entsteht Konkurrenz nicht nur zwischen Autoren, sondern zwischen Konzepten des Instruments.
Auf dem Mainland wiederum tauchen weitere „Self‑Teacher“-Formate auf. Amy K. Stillman verzeichnet für 1915 Will D. Moyer, National Self Teacher for Hawaiian Ukulele, Banjuke or Taro Patch Fiddle (Chicago: Chart Music Publishing).[7] Auch dies ist ein klares Signal: Selbstinstruktion wird zum genre‑artigen Standardprodukt (vergleichbar mit anderen „National Self Teacher“-Reihen für populäre Instrumente). Zudem verweist King/Tranquada in den Anmerkungen ihres Überblicks auf weitere frühe Publikationen, darunter Akkord‑/Sicht‑Hilfen wie E. N. Guckerts Chords for the Ukulele at Sight (Chicago: Lyon & Healy, 1917).[8] Die Didaktik spaltet sich damit aus in:
vollständige Lernpfade (Methoden),
kurze Funktionshefte (Akkordlisten, Sicht‑Hilfen),
Repertoire‑Hefte (Songs/Arrangements).
Bailey steht im Zentrum dieser Differenzierung: Sein „Practical Method“-Ansatz ist nicht nur ein Akkordzettel und nicht nur eine Song‑Sammlung, sondern eine systematisch angelegte Einstiegsschule, die zugleich kompatibel mit dem schnell konsumierbaren Repertoire‑Markt bleibt.
6. Empirische Evidenz: Baileys Reichweite in zeitgenössischer Fachpresse
Ein wesentlicher Grund, warum Bailey historisch als „wirksam“ und nachhaltig präsent erscheint, ist seine frühe dokumentierte Verbreitung. In der Music Trade Review (Ausgabe vom 11. November 1916) wird im Branchenkontext berichtet, dass „über hunderttausend Exemplare“ der Ukulele Method verkauft worden seien; im selben Umfeld erscheint auch eine Anzeige, die „Bailey Ukulele Method“ mit dem Claim „Only Self‑Instructor Published“ und „Over 100,000 Sold“ führt.[9] Zwei Aspekte sind hier wissenschaftlich relevant:
Die Zahl (100.000) ist nicht bloß spätere Legendenbildung, sondern bereits 1916 branchenöffentlich präsent.
Der Claim „Only self‑instructor“ ist erkennbar Werbesprache (denn 1914 existieren nachweislich mehrere „Self Instructor“-Hefte auf dem Mainland), zeigt aber den Kern der Positionierung: Bailey wird als Inbegriff des Selbstlernheftes vermarktet.
Noch deutlicher wird diese Markenbildung 1926 in einer Anzeige der Music Trade Review: Dort wird Bailey als das Buch bezeichnet, das „responsible“ für die Popularität der Ukulele sei; es wird als „little brown book“ beschrieben und mit „Over 2,000,000 already sold“ beworben.[10] Historisch ist diese Zahl als Werbeangabe zu lesen – aber gerade als Werbeangabe ist sie hoch aussagekräftig: Sie belegt, dass Bailey im langfristigen Marketing des Verlages als weltbekannte Standardmethode geführt wurde.
Damit liegt ein belastbarer Befund vor: Selbst wenn Bailey nicht der erste Autor einer Ukulele‑Schule war, ist er einer der frühesten Autoren, dessen Methode branchenöffentlich als Massenerfolg dokumentiert ist und über ein Jahrzehnt später noch als Leitprodukt beworben wird.
7. Baileys Alleinstellungsprofil im Vergleich
Vor dem Hintergrund der Parallelpublikationen (Kealakai, Kia, Santos/Nunes, Moyer, Guckert u. a.) lässt sich Baileys Profil als Kombination aus vier Faktoren präzisieren:
(1) Verlagssystem und Skalierung
Bailey erscheint bei Sherman, Clay & Co. in San Francisco – also in einem Verlagshaus, das nicht nur Lehrmaterial, sondern auch „Hawaiian hits“ und populäre Songs in hoher Auflage vertreibt. Die Methode wird dadurch nicht als isoliertes Lehrbuch, sondern als Teil einer kommerziellen Musikökologie distribuiert: Instrument – Song‑Repertoire – Lernheft – Aufführungspraxis. Die Music Trade Review zeigt genau diese Kopplung, indem Bailey‑Methoden und hawaiische Songs in unmittelbarer Nachbarschaft beworben werden.[9]
(2) Didaktisches Produktdesign statt akademischer Lehrtradition
Bailey ist – im Wortsinn – „praktisch“. Er richtet sich nicht an Konservatoriumslogiken, sondern an die Realbedingungen eines Massenmarkts: kurze Aufmerksamkeitsspannen, heterogene Vorerfahrung, Wunsch nach sofortigem Begleiterfolg. In diesem Sinn ist Bailey ein früher „Instructional Designer“: Sein Lehrheft ist ein Interface, das Handlungsfähigkeit schnell herstellt.
(3) Anschlussfähigkeit durch Funktionsspiel (Begleitung)
Im Vergleich zu reinen „Solos“- oder „Melodie‑mit‑Akkorden“-Konzepten wirkt Bailey strukturell sozial: Begleitung ist die Spielform, die in Gruppen, Familien und informellen Settings am schnellsten Teilhabe ermöglicht. Das erhöht die Verbreitungswahrscheinlichkeit erheblich, weil die Methode nicht nur individuelles Üben, sondern sofortige soziale Einbettung unterstützt.
(4) Rhetorische Konstruktion von Niedrigschwelligkeit
Die Werbung von 1926 betont: „even a child could learn to play“.[10] Das ist natürlich Slogan – aber didaktisch ist es eine klare Zieldefinition: Die Methode soll so gestaltet sein, dass sie ohne Vorwissen funktioniert. In der historischen Perspektive ist genau das die Brücke zu modernen Selbstlern‑Paradigmen: Bailey wird nicht (anachronistisch) als Anwender späterer Lernpsychologie gelesen, sondern als empirischer Methodenerfinder, der aus der Praxis heraus zu Lösungen kommt, die später theoretisch beschreibbar werden.
8. Fazit: Vorreiter – ja, aber auf einer spezifischen Ebene
Die Antwort auf deine Ausgangsfrage fällt damit differenziert aus:
Nein, Bailey ist nicht „der“ Erfinder der Ukulele‑Methode; frühe Autoritäten wie Kaʻai (nachweisbar in einer 1910er Ausgabe) stehen chronologisch davor.[1]
Nein, Bailey ist auch nicht allein: 1914 erscheinen mehrere Mainland‑„Self Instructor“-Hefte parallel (Kealakai, Kia, Bailey).[3]
Ja, Bailey ist ein Vorreiter in einem präzisen Sinn: Er gehört zur ersten Welle der Mainland‑Methoden und wird zugleich – nachweisbar – sehr früh als Massenerfolg dokumentiert (100.000 Verkäufe bereits 1916) und später als ikonisches Standardheft weiter vermarktet.[9][10]
Baileys historische „Wirksamkeit“ besteht damit weniger in exklusiver Originalität als in der Kombination aus didaktischer Reduktion, produktförmiger Selbstinstruktion und überregionaler Distributionsmacht. Genau diese Kombination macht ihn im Vergleich zu anderen frühen Pädagogen seiner Zeit zu einem Schlüsselautor – nicht als singulärer Genius, sondern als zentraler Akteur in der Transformation von Ukulele‑Praxis in ein massenmedial verbreitetes Selbstlernsystem.
Kurze annotierte Vergleichsliste 1906–1919 (für den Anhang oder als Box)
Ernest K. Kaʻai (1910, rev. ed.) – frühe, in Sammlungen als „erste bekannte“ Ukulele‑Methode geführte Schule; Referenzpunkt der hawaiischen Print‑Didaktik.[1]
Major (Mekia) Kealakai (1914) – Mainland‑Self‑Instructor in Los Angeles; Teil der ersten Westküsten‑Welle; verbindet Ukulele und Taro‑Patch‑Kontexte.[3]
George Kia (1914) – Los‑Angeles‑Self‑Instructor; zeigt, dass „Self‑Instruction“ 1914 bereits ein Format ist, nicht Baileys Alleinstellungsmerkmal.[3]
N. B. Bailey (1914) – San‑Francisco‑Methode bei Sherman, Clay; frühe Skalierung und dokumentierte große Reichweite.[3][9]
A. A. Santos & Angeline Nunes (1915) – hawaiische „Original Method“ mit expliziter Positionierung gegenüber konkurrierenden Stimmungs-/Methodentraditionen.[6]
Will D. Moyer (1915) – Chicago‑„National Self Teacher“; Indiz für die Standardisierung des Selbstlern‑Genres im US‑Massenmarkt.[7]
E. N. Guckert (1917) – Akkord‑/Sicht‑Heft; zeigt die Ausdifferenzierung in funktionale Kurzformate.[8]
Fußnoten
[1] Library of Congress, „Celebrating Hawaiian Statehood in the Music Division of the Library of Congress“, In The Muse (Blog der Music Division), 22. August 2011, Abschnitt zur Ukulele‑Sammlung: Hinweis auf eine „1910 edition of the first known ukulele method book, Ernest Kaai’s The Ukulele, A Hawaiian guitar, and How to Play It“.
[2] John King / Jim Tranquada, „A New History of the Origins and Development of the ʻUkulele, 1838–1915“, The Hawaiian Journal of History 37 (2003). Zur frühen Publikationslage und Revisionsgeschichte von Kaʻai vgl. v. a. die bibliografischen Anmerkungen.
[3] King/Tranquada 2003, Abschnitt zum Jahr 1914: Nennung der drei Mainland‑Methoden (Kealakai, Kia, Bailey) sowie Baileys Einleitungsrhetorik zur Verbreitung der Ukulele an der Westküste. �
[4] King/Tranquada 2003, Verweis auf den Sears‑Roebuck‑Katalog (Fall 1914) mit der Aussage, die Ukulele sei ohne Lehrer erlernbar und besonders geeignet für Vokalbegleitung. �
[5] King/Tranquada 2003, Darstellung der Panama‑Pacific International Exposition 1915 und der starken Rezeption der hawaiischen Präsenz (inkl. Hinweis auf die Besucherzahl im Kontext). �
[6] King/Tranquada 2003, Passage zu Santos/Nunes (Original Method and Self‑Instructor on the Ukulele, 1915) mit Abgrenzung gegenüber verbreiteten, als „taro patch“ adaptierten Methoden und Hinweis auf die „originale“ Stimmung. �
[7] Amy K. Stillman, „ʻUkulele Books“, bibliografischer Eintrag „Moyer 1915: Will D. Moyer, National Self Teacher for Hawaiian Ukulele, Banjuke or Taro Patch Fiddle. Chicago: Chart Music Publishing Co., 1915.“
[8] King/Tranquada 2003, Anmerkungen mit Verweis u. a. auf E. N. Guckert, Guckert’s Chords for the Ukulele at Sight (Chicago: Lyon & Healy, 1917). �
[9] Music Trade Review, Vol. 63, Nr. 20 (11. November 1916), S. 58: Bericht über „over a hundred thousand copies“ der Ukulele‑Methode sowie Anzeige/Listenplatzierung „Bailey Ukulele Method (Only Self‑Instructor Published. Over 100,000 Sold)“. �
[10] Music Trade Review, 12. Juni 1926, S. 71 (Anzeige): „UKULELE TIME IS HERE … Bailey Ukulele Method … Over 2,000,000 already sold … even a child could learn …“. (Als Werbeaussage zu interpretieren.) �
Nelson Burdette Bailey (* 20. Juli 1874 in Gustavus, Trumbull, Ohio; † 9. Juli 1948 in Sonoma, Kalifornien[1]) war ein US-amerikanischer Arrangeur und Musikpädagoge. Er wirkte in den 1910er-Jahren in San Francisco als Autor und veröffentlichte mehrere einflussreiche Werke zur Ukulele (u. a. eine Selbstlernmethode ab 1914) sowie ein Lehrwerk zur Hawaiian-Guitar (1916).
Da einige wenig Punkte noch nicht in ausreichender Qualitat vorliegen kommt noch eine weitere Veröffentlichung.
Leben und Tätigkeit
Bailey wurde in zeitgenössischen Quellen vor allem als Arrangeur und Lehrbuchautor geführt. Über ihn selbst ist öffentlich nicht viel überliefert; im Wesentlichen lebte er 1917 in Verbindung mit seinem Arbeitsverhältnis bei Sherman, Clay & Co in San Franzisco in der 1301 Page Street[2] und 1919 ebenfalls auf Grund eines Arbeitsverhältnisses für Sherman, Clay & Co in 1720 Broadway.[3]. Er war seit dem 31. August 1904 mit Adda G. Mentzer verheiratet.[1]ref und von 06.11.1921 bis zu seinem Tod mit Clara Maud Burell verheiratet
Seine frühe Selbstlern-Methode A Practical Method for Self-Instruction on the Ukulele (and Banjo-Ukulele) erschien 1914 bei Sherman, Clay & Co.[4] und wurde vielfach aufgelegt. Zeitgenössische Fachpresse warb 1916 mit „Only self-instructor published. Over 100,000 sold“.[5]
Die musikhistorische Standarddarstellung von Tranquada/King verzeichnet ihn mit mehreren Ausgaben bei Sherman, Clay & Co, darunter The Ukulele as a Solo Instrument (1916; C- und D-Stimmung) und die Sammlung Songs from Aloha Land (1916).[6]
Folgende Veröffentlichungen existieren von ihm:
- A Practical Method for Self-Instruction on the Ukulele (and Banjo-Ukulele). Sherman, Clay & Co., San Francisco 1914.
- Mit Keoki E. Awai: The Ukulele as a Solo Instrument: A Collection of Ukulele Solos, with Full Instructions for Playing. Sherman, Clay & Co., San Francisco 1916, 71 S. (C- und D-Stimmung).[7]
- Als Arrangeur: Songs from Aloha Land – A Collection of Hawaiian Songs with Ukulele Accompaniment. Sherman, Clay & Co., San Francisco 1916, 94 S.
- The Peterson System of Playing the Guitar with Steel in the Hawaiian Manner. Sherman, Clay & Co., San Francisco 1916 (mehrere Auflagen).[7]
Rezeption
Sherman, Clay & Co. bewarb Baileys Methode bereits 1916 mit über 100,000 verkauften Exemplaren
Neuere Forschung verortet Bailey zusammen mit Will D. Moyer als Autor der beiden populärsten frühen Festland-Methoden („The two most popular early methods...“).[8]
Literatur
- Jim Tranquada, John King: The 'Ukulele: A History. University of Hawai‘i Press, Honolulu 2012, ISBN 978-0824836344
- Jim Tranquada: The ‘Invention’ of the ‘Ukulele. In: Simone Cestino (Hrsg.): Research Paths in the Ukulele. Milano University Press, 2024, ISBN 979-1255101352
- Andreas Fischer: Nelson Burdette Bailey | Die Spur eines vergessenen Musiklehrers. BoD, 2025. ISBN 9783819244087
Einzelnachweise
- Nelson Burdette Bailey (1874–1948). In: familysearch.org
- San Francisco Public Library: Crocker-Langley San Francisco directory for the year commencing .. San Francisco : H.S. Crocker Co., 1917 (archive.org [abgerufen am 21. Oktober 2025]).
- San Francisco Public Library: Crocker-Langley San Francisco directory for the year commencing .. San Francisco : H.S. Crocker Co., 1917 (archive.org [abgerufen am 2. Oktober 2025]).
- Bailey, N. B.: A practical method for self instruction on the ukulele and banjo ukulele. Lyon and Healey, Chicago 1914 (Digitalisat [abgerufen am 25. Dezember 2025]).
- name="elibrary.arcade-museum">Bailey Ukulele Method. (Anzeige) In: Music Trade Review 1916, Band 63, Nummer 20. Seite 58.
- Jim Tranquada, John King: The 'Ukulele: A History. University of Hawai‘i Press, 2012. ISBN 978-0824836344 (jstor.org)
- Hawaiian Music in the West. In: Music Trade Review. Band 62, Nr. 20, 1916, S. 58 (amerikanisches Englisch, arcade-museum.com [abgerufen am 25. Dezember 2025]).
- Jim Tranquada: The ‘Invention’ of the ‘Ukulele. In: Simone Cestino (Hrsg.): Research Paths in the Ukulele. Milano University Press, 2024, S. 24. ISBN 979-125-510-135-2. doi:10.54103/milanoup.133
Nelson Burdette Bailey (1874–1948) and the Emergence of Mainland Ukulele Pedagogy
Andreas Fischer
Abstract
This study presents the first comprehensive biographical and bibliographical investigation of Nelson Burdette Bailey (1874–1948), a mainland-based ukulele teacher, author, and music publisher affiliate active in the United States during the early twentieth century. While previous scholarship on ukulele history has focused primarily on Hawaiian contexts and performers, Bailey represents an overlooked figure in the early dissemination of ukulele pedagogy on the American mainland, particularly in the Midwest and on the West Coast.
Drawing exclusively on primary archival sources—including U.S. census records, copyright registrations, contemporary newspapers, trade directories, and publisher catalogues—this research reconstructs Bailey’s life, professional activities, and published output. Particular attention is given to his association with Sherman, Clay & Co., one of the most influential American music publishers of the period, and to his role in adapting the ukulele for non-Hawaiian teaching environments and audiences.
Rather than proposing speculative interpretations, the study aims to establish a documented factual framework for Bailey’s activities, situating his work within the broader development of early twentieth-century ukulele instruction literature. The findings contribute to a more differentiated understanding of the mainland–Hawaiian exchange in ukulele history and highlight the importance of print culture and pedagogy in the instrument’s early popularization.
This research is intended as a reference for scholars, historians, and archivists working on ukulele history, American popular music, and early twentieth-century music education, and seeks to integrate Nelson Burdette Bailey into the established historiography of the ukulele.
Nelson Burdette Bailey (aktiv mindestens 1914–1944) war Musikpädagoge, Arrangeur und Herausgeber in San Francisco. Unter dem Verlagshaus Sherman, Clay & Co. veröffentlichte er frühe und weit verbreitete Lehrwerke für Ukulele sowie Material zur Hawaiian Guitar. Er selbst hat auch mehrere stücke komponiert.
Nelson Burdette Bailey (active at least 1914–1944) was a music educator, arranger, and publisher in San Francisco. Under the publishing house Sherman, Clay & Co., he published early and widely used instructional works for ukulele as well as material for Hawaiian guitar. He also composed several pieces himself.
Eheschließung
Gibt es von Ms. Nelson Bailey ein Foto? Die Antwort ist: ja
Volkszählung 1930
Werkanmeldung
Einberufung 1. WW
Das ist ein Bild von N.B. Baileys Ehefrau (sitzend):
Miss Jaline Bailey and Mrs. Nelson Bailey, 1935, Fang family San Francisco Examiner photograph archive negative files, BANC PIC 2006.029--NEG box 618, sleeve 092707_14. © The Regents of the University of California, The Bancroft Library, University of California, Berkeley. This work is made available under a Creative Commons Attribution 4.0 license.
Vor seinem Tod hat Bailey einen Tabakladen im Santa Rosa Hotel besessen.
Zeitungsmeldung anlässlich seines Todes
Grabmal
Grabstätte der Familie Bailey auf dem Oakwood Cemetery, Warren, Trumbull County, Ohio, USA. Hier ist auch Nelson Burdette Bailey (20. Juli 1874 – 1948) beigesetzt, Sohn von Nelson Homer Bailey (1842–1915) und Minnie Roberts Bailey. Grabnachweis: Find a Grave, Gedenkstätten-ID 121520627 (eingesehen 30.10.2025).